Kalmus (Acorus calamus) gehört zur Arumfamilie. Die Pflanze
sieht schilf-ähnlich aus, und kommt an Flussufern in Nordamerika,
Europa und Asien vor.
Nach der Ernte werden die Wurzeln getrocknet. Es wurde als Aroma
für Liköre und als Medizin für viele Zwecke verwendet,
wie z.B. als Stimulant, Mundspülung, als Verjüngungs-Tonikum
und zur Verbesserung der Potenz und des Gedächtnis. Es war
wegen seinem halluzinogenen Effekt sehr beliebt bei einigen nordamerikanischen
Indianerstämmen. Die Hauptkomponente in Kalmus ist Asaron,
welches in Amphetamin TMA-2 umgesetzt werden kann.
Der Kalmus war schon im Altertum ein bekanntes Heilmittel. In China
hieß er im Kräuterbuch des Kaisers Shen-nung (3700 Jahre
vor Christus) "Ch'ang-Pu", der Lebensverlängerer.
Im alten Ägypten wurde er "Heiliges Rohr" genannt.
Und die Bibel berichtet, daß im heiligen Salböl für
die Bundeslade "Kalmus zu 250 Sekel" enthalten war. Auch
in altpersischen Schriften wird er lobend erwähnt - und natürlich
in dem indischen Weda, dem 4000 Jahre alten heiligen Buch.
Der Kalmus wächst überall wild an Gräben, Teichrändern
und Flußufern. Die Wirkstoffe stecken im Wurzelstock. Man
gräbt ihn im Juni und Juli aus, reinigt ihn und schneidet ihn
in fingerlange Stücke. Die spaltet man der Länge nach
und hängt sie an Fäden zum Trocknen auf.
Die Wurzel riecht stark, aber angenehm. Neben Bitterstoffen enthält
sie ätherische Öle und Gerbstoffe.
Der Kalmus ist eine mehrjährige Pflanze die bis zu 2 m hoch
werden kann. Er hat schwertförmige lange Blätter die fast
senkrecht nach oben stehen.
Im Mai bis August bilden sich kleine grüne Blüten die
zu Hunderten einen langen Blütenkolben bilden.
Der Kalmus hat einen verzweigten grünlichbraunen Wurzelstock.
Der Wurzelstock riecht angenehm orangenähnlich , aber hat einen
bitteren pfefferartigen Geschmack.
Kalmus wirkt sehr belebend und appetitfördernd. Er regt den
Magen zur Säureproduktion an. Besonders bei Kindern, die nicht
essen wollen, hilft ein Kalmustee. Auch das Kauen der Wurzel bringt
Erfolg. Hierbei regt der Kalmus die Schleimhaut von Mund und Rachen,
gleichzeitig aber auch die Speichelsekretion an. (Das Kauen von
Kalmusstücken gilt als brauchbares Mittel zur Abgewöhnung
des Rauchens.) Auch bei zahnenden Kindern hilft Kalmus.
Für einen Tee werden zwei Teelöffel des getrockneten
und zerkleinerten Wurzelstockes mit einem Viertelliter heißem
Wasser überbrüht. Man läßt den Tee 15 Minuten
ziehen, seiht ab und trinkt ihn lauwarm.
Quelle: http://naturmedizin.lauftext.de
|